An(ge)dacht

Ich bin dann mal weg ...

Eis auf dem Wasser
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So alt sind Sie doch noch gar nicht – stimmt!

Aber nachdem ich in jungen Jahren relativ zielstrebig in meinen Beruf als Pfarrer hin- eingefunden habe – früh eingeschult, weder „Ehrenrunde“ noch Wehr- oder Zivildienst – nutze ich die Gelegenheit: Gut zwei Jahre vor meinem offiziellen „Verfalls- datum“ beginnt am 1. Februar die Freistel- lungsphase meiner Altersteilzeit.

Wenn im Advent die erste Kerze angezün- det wird und Sie diesen Gemeindebrief in den Händen halten, habe ich die Pfarramts- führung schon abgegeben und bereite mich auf unseren Umzug vor.

Jugendarbeit, gute Werke und die Liebe

Junge im Kornfeld
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Mein Einstieg in die Stelle als Jugendreferent der Himmelfahrtskirche war alles andere als normal. Jugendarbeit besteht zu großen Teilen aus Aktionen, Treffen und vor allem gemeinsamen Fahrten und Freizeiten. Genau das konnte aber während meiner ersten Monate nicht stattfinden. So musste ich bis Juli auf meine erste Freizeit warten – bis wir mit den Trainees nach Königsdorf fahren konnten. Seitdem habe ich das Gefühl, hier angekommen zu sein und seitdem weiß ich noch besser, welch lebendige und engagierte Jugend wir hier haben.

LIVE von der Baustelle

Baustellenkran
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Sind Sie heute wach geworden vom Geräusch der Presslufthammer von der Baustelle nebenan? Oder dem großen Kran, dem Schaufelbagger, der Betonmischmaschine?

In unserem Gemeindegebiet wird gerade viel gebaut. An verschiedenen Stellen in Lochhausen und Pasing entstehen tiefe Gruben, Gerüste werden hochgezogen und Beton wird gegossen. Ganze neue Siedlungen wachsen. Teilweise wurden alte Gemäuer abgerissen.

Baustellen machen Lärm, behindern die freie Durchfahrt und produzieren Staub und Dreck. Da bleibt nur zu hoffen, dass sie bald ein Ende haben.

Was ist mir wirklich wichtig?

Hütte in den Bergen
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Bei einer Wanderung entdeckten wir die Hütte mit der traumhaften Aussicht (Titelblatt). Sie erinnerte meine Frau und mich an die Begeisterung für die „Tiny House“- Bewegung, die uns seit einigen Jahren begleitet. Falls Sie es nicht kennen: Ein „Tiny House“ ist ein kleines Haus auf Rädern, mit einem Grundriss von ungefähr 2,50 m Breite und 5–7 m Länge. In meist einem Raum befindet sich im Erdgeschoss ein Wohnbereich, eine Küchenzeile und ein winziges Bad. Über eine Treppe oder Leiter erreicht man eine Galerie mit Schlafbereich.

Sammeln und Konservieren

– das sollten wir nicht nur im Herbst … Im Herbst und vor allem auch an Erntedank erinnern wir uns immer wieder daran, wie wichtig und gut es ist, für die schlechteren Zeiten vorzusorgen. Wir danken für die Ernte, lagern Vorräte ein und was sich nicht gut lagern lässt, das wird konserviert: Marmelade in die Gläser, daneben Essiggurken, rote Beete und Apfelmus. Ein bisschen was legen wir auf Eis – Kräuter oder auch Zwetschgen für einen Datschi – oder verstecken es frisch aus dem Garten in einer Sandkiste.

Christus, der Gärtner

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner […] (Joh.20,11ff)

Im Übergang

„Schau Dir diesen Himmel an!“ Staunen lag in der Stimme meiner Frau, als wir an den See hinunterkamen. Auf das reine Blau eines Hochs folgte ein Wolkenband, so scharf getrennt, wie ich es noch nicht gesehen hatte. Beinahe vergaßen wir unsere Handys zu zücken. Kein Windhauch regte sich. Fast glatt dehnte sich der See bis zum anderen Ufer – auch seltsam geteilt in Blau und Grauweiß, so wie der Himmel. Unten wie oben. Es war dieser Umkehrpunkt, an dem sich nichts zu bewegen scheint, fast wie zwischen dem Ein- und Ausatmen. Stille.